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kardiologische und internistische Überweisungspraxis

Die Mitarbeiter der Tierarztpraxis am Wandlitzsee wünschen Ihnen und Ihrem Vierbeiner frohe und besinnliche Weihnachtsfeiertage sowie einen angenehmen Jahreswechsel 2017/2018.

 


Ultraschall in der Kleintierpraxis


 


Die Ultraschalldiagnostik (Sonographie) ist das am weitesten verbreitete bildgebende Untersuchungsverfahren in der Medizin. Seit ihrer Einführung vor etwa 50 Jahren in der Geburtshilfe und Gynäkologie hat sich die Sonographie in fast allen medizinischen Fachbereichen durchgesetzt. Haupteinsatzgebiete sind u.a. die Gynäkologie einschließlich der Schwangerenvorsorge, die Gastroenterologie und die Kardiologie. Aber auch in der Pädiatrie, Orthopädie, Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde sowie in der Angiologie und Gefäßchirurgie ist sie zu einem unentbehrlichen diagnostischen Instrument geworden.


Vorteile gegenüber anderen diagnostischen Methoden sind insbesondere die vielseitigen Anwendungsmöglichkeiten, die Wirtschaftlichkeit sowie die geringe Belastung für den Patienten. Für den Arzt ist die Ultraschall-Diagnostik somit hervorragend geeignet, über die körperliche Untersuchung hinaus "in den Patienten" hineinzuschauen. Zunehmend werden radiologische Untersuchungsverfahren durch sonographische ersetzt, da hier, im Gegensatz zu den Verfahren mit ionisierender Strahlung, unterhalb bestimmter Expositionsschwellenwerte biologische Schädigungen ausgeschlossen werden können.
Die Ultraschalluntersuchung ist das wohl wichtigste bildgebende Diagnoseverfahren in der Veterinärmedizin.
Eine Ursache hierfür ist die schwierige Kommunikation zwischen Tier und Mensch. Unsere Patienten, die Tiere, können sich nur schlecht verständlich machen, werden oft von den Menschen missverstanden und haben im Allgemeinen vor uns Tierärzten große Angst, denn schließlich geben wir ihnen die schmerzhaften Spritzen bei den Impfungen.
Ein in der tierärztlichen Praxis alltägliches Beispiel verdeutlicht die Wichtigkeit einer Ultraschalluntersuchung: Eine Hauskatze, die normalerweise fast den ganzen Tag auf dem Sofa liegt, lässt nicht erkennen, dass sie sich schlapp und krank fühlt. Erst wenn sie das Fressen einstellt, fällt dem Besitzer auf, dass etwas nicht stimmt. Beim Tierarzt ist die Katze so aufgeregt, dass das Abtasten des Bauches nur zu heftigen Abwehrbewegungen führt. Das Abhören des Herzens ist ebenfalls problematisch, da der Puls einer genervten Katze mit ungefähr 200 Schlägen pro Minute dreimal so schnell wie der eines Menschen ist. Erst die Ultraschalluntersuchung bringt Klarheit über den Zustand der Katze. Es handelt sich in diesem Fall nicht um eine Verdauungsstörung, die zur Futterverweigerung führte, sondern um eine schwere Herzerkrankung, die sich nur mit dem Ultraschall sicher und einfach erkennen lässt.

Andere bildgebende Untersuchungsmethoden wie die Magnetresonanztomografie (MRT) und die Computertomografie (CT), die beim Menschen gern eingesetzt werden, sind in der Veterinärmedizin nur eingeschränkt nutzbar, weil die Tiere für diese Untersuchungen in Narkose gelegt werden müssen und außerdem mit sehr hohen Kosten gerechnet werden muss.
Die Ultraschalluntersuchung dagegen gelingt fast immer bei wachen Tieren. Bei behutsamen Umgang beruhigen sich selbst aufgeregte Tiere schnell unter der "streichelnden Bewegung" des Schallkopfes auf der Haut während der Ultraschalluntersuchung.  

In der Tiermedizin können fast alle Tierarten mit Ultraschall untersucht werden. So gehören beispielsweise Kanarienvögel, Fische, Mäuse und Elefanten genauso zu den zu schallenden Patienten wie Katzen, Hunde, Pferde und Rinder.
Die Einsatzgebiete des Ultraschalls in der Tiermedizin entsprechen denen der Humanmedizin. Außer zur Erkennung und Überwachung von Trächtigkeiten dient die Ultraschalluntersuchung dazu, viele Erkrankungen fast aller Organsysteme schnell, sicher und mit geringer Beunruhigung der Tiere zu diagnostizieren. Knochen und von Knochen umhüllte Organe (z.B. das Gehirn) sowie lufthaltige Strukturen, wie die Lunge, lassen sich besser mit dem Röntgen erfassen und beurteilen.
Für die Sonographie in der Tiermedizin gibt es ein weiteres sehr wichtiges Einsatzgebiet - die Zuchtuntersuchungen. Hier werden völlig gesund erscheinende Hunde und Katzen geschallt, wenn sie zur Zucht zugelassen werden sollen. So ist beispielsweise bei einigen Hunderassen die Aortenstenose, eine Verengung am Ursprung der Körperhauptschlagader im Herzen, weit verbreitet. Diese angeborene Veränderung ist beim Hund nicht heilbar und kann zu einem frühen plötzlichen Tod oder schweren Krankheitssymptomen mit deutlicher Verminderung der Lebensqualität des Hundes führen. Andere Hunde jedoch, die nur eine geringe Einengung haben, werden ohne sichtbare Leistungsminderung alt, vererben aber eventuell die Erkrankung an ihre Nachkommen. Manche Tiere der nachfolgenden Generationen haben viel schwerere Veränderungen und erkranken stärker als ihre Eltern. Es gibt derzeit keine Möglichkeit, diese Erkrankung durch genetische Tests festzustellen. Deshalb müssen die Hunde jener Rassen, die eine Neigung zu dieser Erkrankung haben, vor ihrem Zuchteinsatz mit Ultraschall untersucht werden. Eine Einengung der Aorta führt zu einer mit dem Ultraschall-Dopplerverfahren messbaren Geschwindigkeitserhöhung des Blutflusses in die Aorta. Hunde, die solche erhöhten Geschwindigkeiten aufweisen, werden von der Zucht ausgeschlossen. Auf diese Weise wird innerhalb einiger Generationen das Auftreten einer derartigen Erkrankung stark verringert.

Ultraschall in der Tiermedizin ist eine sehr wichtige Untersuchungsmethode, die hilft, durch eine frühzeitige und richtige Diagnose viel Leid der Tiere zu verhindern oder zu lindern. 
 

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