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kardiologische und internistische Überweisungspraxis

Die Mitarbeiter der Tierarztpraxis am Wandlitzsee wünschen Ihnen und Ihrem Vierbeiner frohe und besinnliche Weihnachtsfeiertage sowie einen angenehmen Jahreswechsel 2017/2018.

Bluthochdruck bei der Katze
Nach umfangreichen Untersuchungen an verschiedenen Tierkliniken kann festgestellt werden, dass jede 8 Katze der über 9 Jahre alten Tiere einen Bluthochdruck entwickelt. Grundsätzlich werden zwei Grenzwerte des Blutdruckes unterschieden, der Spitzenwert (systolisch) und der niedrigste Wert (diastolisch), zwischen denen der Blutdruck mit dem Herzschlag schwankt.
Die Werte der Katze sind mit denen beim Menschen vergleichbar. Der obere (systolische) Blutdruck sollte bei 110 bis 140 mmHg, der untere (diastolische) Blutdruck bei 60 - 80 mmHg liegen.
Bluthochdruck ist bei älteren Katzen oft die Folge anderer Grunderkrankungen. Am häufigsten findet man eine chronische Nierenerkrankung oder eine Schilddrüsenüberfunktion als Ursache. Aber auch Herzerkrankungen oder Diabetes mellitus sowie verschiedene Hormonstörungen können für eine Blutdruckerhöhung verantwortlich sein.
Nicht selten leiden ältere Katzen aber auch an einem primären Bluthochdruck. Dabei ist das Übergewicht der Tiere sehr förderlich.
Ein erhöhter Blutdruck kann wiederum zu Schäden an anderen Organen wie Auge, Niere, Zentralnervensystem oder Herz führen und sollte daher unbedingt rechtzeitig erkannt und behandelt werden.
Besonders das Auge reagiert sehr empfindlich auf eine Erhöhung des Blutdruckes mit Blutungen und/oder Netzhautablösungen. Häufig bemerken die Tierbesitzer die Erkrankung erst in einem weit fortgeschrittenen Stadium, wenn die Tiere bereits eine Einblutung im gesamten Auge haben oder völlig erblindet sind.
Für das Nervensystem kann der erhöhte Blutdruck erhebliche Folgen haben. Die betroffenen Katzen können Wesensveränderungen, Taumeln/ Schwanken, plötzliches Stolpern, Kopfschiefhaltung oder Anfälle zeigen.
Auch im Rahmen einer chronischen Niereninsuffizienz kann es zu erhöhtem Blutdruck kommen. Dieser wiederum schädigt die Niere und ein Teufelskreis entsteht, der die Niere weiter schädigt und den Blutdruck nach oben treibt.
Die Blutdruckmessung erfolgt wie beim Menschen mit einer Manschette in der Regel am Schwanzansatz oder an den Vorderbeinen. Dabei kommen zwei Messverfahren zum Einsatz, die oszillometrische Blutdruckmessung und die Blutdruckmessung mit dem Doppler. Beide Verfahren liefern verlässliche Werte bei der Bestimmung des Blutdruckes der Katze. Wichtig ist, dass während der Messung die Tiere nicht durch unnötige Störungen belastet werden und die Katze dabei ruhig bleibt.
Um aussagekräftige Werte zu bekommen, werden immer mehrere Messungen ausgeführt. Bei hohem Blutdruck und gleichzeitig hoher Herzfrequenz ist es ratsam, mehr Untersuchungen als üblich vorzunehmen. In der Regel sinken bei aufregungsbedingter Erhöhung beide Werte im Lauf der Untersuchung.
Das Mittel der Wahl bei der Behandlung eines hohen Bluthochdruckes ist Amlodipin. Aber auch ACE-Hemmer oder andere Medikamnete kommen zur Blutdrucksenkung zum Einsatz.
Therapiebedürftig ist eine Katze ab einem systolischen Blutdruck über 160 mmHg. Vor Therapiebeginn ist es wichtig, die erhöhten Werte immer in einer zweiten Messung zu bestätigen. Der Blutdruck ist zu Beginn der Therapie im Abstand von 14 Tagen zu kontrollieren und die Dosis des Medikamentes zur Blutdrucksenkung anzupassen. Nach erfolgter Einstellung werden Blutdruckmessungen im Abstand von drei bis sechs Monaten empfohlen.
Zugrunde liegende Erkrankungen müssen parallel therapiert werden.
Da sich Bluthochdruck in der Regel schleichend einstellt und anfangs keine typischen Symptome auftreten, ist es empfehlenswert, bei älteren Katzen über neun Jahren nicht nur Blut- und Urinuntersuchungen, sondern vorsorglich auch 1x jährlich Blutdruckmessungen durchzuführen.